Tragödien eines Weltenbummlers
Dienstag, 27. März 2012
Eifer an den falschen Stellen


Herr Lampenich beim Bildungsstreik:
„Dafür hab ich immer Zeit!
Ich setz mich ein für gute Pläne.
Darum zeig ich dem Staat die Zähne!“

Mit hundert Leuten zieht er los:
„Warum sind wir so wenig bloß?
Ist es euch denn scheißegal,
dass Gebühren sind legal?“

Leicht frustriert, doch motiviert;
es dauert halt, bis man kapiert,
dass es sich lohnt, mal laut zu sein.
So setzt sich Rainer weiter ein.

Für eine Bildung, die was kann -
für jede Frau, für jeden Mann.
Für arme Mädchen, arme Jungen,
die nicht von Geldsorgen verschlungen.

Für Scheine, die noch Sinn machen -
entgegen dieser 'Credit“-Sachen:
„Wir lernen doch zu wenig hier!
Also, Studis, folget mir!“

Er kann sechs Leute überreden,
sich auf die Demo zu begeben.
Sie haben nur ne Stunde Zeit:
„Das Wetter so.. na ja.. es schneit..“

So marschieren diese Hundertsieben
durch die Straßen und sie kriegen
Begleitung von der Polizei,
denn in Deutschland ist man frei.

Zwanzigtausend Mitstudenten
fehlen heute, weil sie denken:
„Es bringt doch nix, blöd rumzurennen!“
'Denken' kann man das nicht nennen..

Der Frust von Rainer wird so groß,
dass er brüllt: „Zum Rektor! Los!“
Hundert Studis folgen ihm,
die sechs Neuen... nun, die 'fliehn'..

Nervös wird auch ein Polizist,
dem nicht gefällt, wie Rainer ist.
Er greift ihn an mit Tränengas
und hat dabei, so scheint es, Spaß.

Er schlägt auf den Studenten ein
und lässt es leider auch erst sein,
als Rainer bereits hirntot ist...
damit er es auch nie vergisst.

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Sonntag, 25. März 2012
Mailand oder Venedig? Hauptsache Italien!


Rolf-Rainer hat zu oft verzagt,
hat Lösungen zu oft vertagt,
hat zu oft seinen Mut verjagt
und deshalb schon sehr oft versagt.

Rolf-Rainer hat zu lang geschwiegen,
Probleme sind zu weit gediegen:
„Ich lass mich nicht mehr so verbiegen,
ich werd sofort nach Mailand fliegen!“

Ich fahre jetzt nach Köln-Bonn,
wo ich nen Flieger noch bekomm.
Dann bring ich um den blöden Tom,
der Lena hat für sich gewonn'..“

Das beste, was Rolf jemals hatte,
war seine Freundin Lena Schlatte.
Die spricht fließend Masematte
und trinkt fast stündlich Kaffee-Latte.

Darum wollt sie auch auswandern,
und zwar nach Mailand, nicht nach Flandern.
Die Liebeskrise, die begann dann,
Rolf-Rainer fragte: „Sag mir an, wann?!“

Lena hat „sofort“ gesagt,
Rolf-Rainer hat, na klar, verzagt.
Er hat es einfach nicht gewagt,
zu sagen, was doch liegt so nah:

„Auch in Münster gibt’s Cafés,
egal wie du die Wahrheit drehst.
Hier gibt es 'Lattes' und 'Au-laits',
ich hoffe, Lena, du verstehst!“

Doch Lena hat es nicht kapiert,
weil Rainer hat sich halt geziert.
So hat Lena dann – ganz ungeniert -
in dieser Nacht bei Tom kampiert.

Mit ihm ist sie sofort geflogen
und nach Venedig umgezogen.
Rolf-Rainer fühlte sich betrogen,
doch sagte „Gut!“ - das war gelogen.

Erst heut ist Rainers Wut so groß,
dass er sich sagt: „Ich fahr jetzt los!
Ich stell den Lügner Tom dann bloß
und meine Rückkehr wird grandios!“

Er fliegt nach Mailand und er sucht,
das Paar, das er so lang verflucht.
Die Suche wird sich dort nicht lohnen,
da Beide in Venedig wohnen...

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Samstag, 24. März 2012
Falscher Ratgeber
Es war einmal ein armer Kerl,
der einsam war im Städtchen Verl.

Er hatte keine Freunde dort
und auch an keinem anderen Ort.
Er dachte deshalb oft an Mord,
doch schob die Pläne immer fort.

Er dachte auch ans Internet
oder an ein schwarzes Brett.
Wo er Kontakte könnte suchen
oder käuflich Liebe buchen.

Doch beides hat er nicht gemacht,
erneut an Suizid gedacht..
Dann irgendwann hat er gelacht -
ein Feuer war in ihm entfacht.

Rolf-Rainer – ja, so hieß der Mann -
tat das, was er am besten kann.
Er dachte sich Geschichten aus:
von Hunden, Igeln, Katz und Maus.

Die Tiere konnten mit ihm sprechen,
sie konnten die Gewohnheit brechen,
sie konnten mit Rolf-Rainer zechen
und mussten nicht mal dafür blechen.

Sie waren immer für ihn da,
das Leben schien so wunderbar.
Beinah hätt' das auch gut geklappt,
doch dann hat Rainer Pech gehabt.

Er war mit seinen Kumpels grad
im Urlaub – Tschechiens Hauptstadt Prag.
Dort wurd er von ner Frau gefragt,
ob er sie nicht mal treffen mag.

Die Frau war wirklich schön, schien klug,
Rolf verließ sofort der Mut.
Er fragte seinen Husky Wolle,
was er denn jetzt machen solle.

Wolle sagte: „Schnupper mal!
Nicht nur vorn, nein, auch anal..“
Das klang für Rainer leicht banal,
doch tat er es... das war fatal.

Er schenkte seinem Hund Vertrauen
und wurde deshalb bös' verhauen.
Die niedliche Frau und dreizehn Passanten
schlugen und schrien: „Verprügelt den Kranken!“

Als Rolf dann nach den Freunden rief -
vergeblich, klar: „Das ging wohl schief“ -
schlugen sie so intensiv,
dass er danach für immer schlief.

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Letzte Aktualisierung: 2012.04.14, 02:15
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